Read Dead Redemption 2 ist das ideale Spiel für eine Pandemie

© Rockstar Games Titelbild Red Dead Redemption 2

Es wird dunkel, es wird kalt und die Fallzahlen steigen wieder rasant. Alle Zeichen stehen somit auf „Drinnen bleiben“ und dementsprechend „wenig berauschende Erlebnisse“. Denn sind wir mal ehrlich, wer von uns kann die eignen vier Wände nach diesem Jahr noch sehen? Also ich nicht. Die Sehnsucht nach Abenteuer, Natur, beeindruckenden Landschaften und einer tollen Geschichte ist also umso größer. Auch wenn das in der realen Welt momentan schwierig umzusetzen ist, müssen wir zumindest digital nicht darauf verzeichten. Read Dead Redemption 2 bietet all das und vielleicht ist es deshalb genau jetzt der beste und „sicherste“ Zeitvertreib. Auch wenn es nicht mehr das neuste Spiel ist, will ich es euch doch ganz dringend ans Herz legen und erklären, weshalb ihr es jetzt spielen solltet!

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Eine Welt voller Möglichkeiten

Um mit Red Dead Redemption 2 Spaß zu haben, musste ich erst lernen, es „richtig“ zu spielen. Denn wenn man erstmal eine ganze Reihe von Spielen gespielt hat, passiert es leicht, dass man die darin gebotene Welt nicht mehr als eine Welt annimmt. Stattdessen beginnt man, Spiele als das was sie sind wahrzunehmen – als eine Ansammlung von Regeln und Prozessen und versucht diese dann zu optimieren. Im Falle von Red Dead Redemption 2 versaut einem das aber das ganze Spiel. Rockstar hat sich hier nämlich eine Menge Mühe gegeben, eine Welt zu erschaffen, die wir eben nicht vollends verstehen, in der wir überrascht werden und die größer ist als wir selbst. (Ähnlich verhält es sich ja auch mit der realen Welt!)

In meinem anfänglichen Optimierungswahn habe ich versucht, RDR2 perfekt zu spielen, alles mitzunehmen und keine Fehler zu machen. Das wurde dann aber sehr schnell sehr anstrengend. Irgendwann habe ich das Spiel dann aber so angenommen wie es gedacht ist und mich vollends darauf eingelassen.

Eine tolle Geschichte, gut erzählt

Red Dead Redemption 2 erzählt die Geschichte von Arthur Morgan. Dieser ist Teil einer Outlaw-Gruppe um den charmanten Wild West-Ganoven Dutch Van der Linde. Das ganze spielt im Jahre 1899 in Amerika und somit in einer Zeit, in der der Wilde Westen, Zugräuber und Outlaws langsam aussterben. Die Gruppe besteht aus einer Reihe äußerst liebenswerter Charaktere und sucht ihren Weg aus der Misere, in die sie direkt zu Anfang geraten ist. Wir erledigen dabei Aufträge, kümmern uns um unser Camp und unsere Mitmenschen und versuchen eine gute Zukunft für alle in unserer Gruppe aufzubauen.

Die Story ist in sehr guten Dialogen und Zwischensequenzen wahnsinnig gut und fesselnd erzählt. Dabei meine ich nicht die Art „gut“ die man bei Videospielen manchmal meint, weil es eben „nur Videospiele“ sind, sondern wirklich gut. Die Erzählweise passt sich hier extrem gut dem Medium an und so erkunden wir die Welt um uns herum von der Story getrieben und alles fühlt sich natürlich, nachvollziehbar und authentisch an. Ein Beispiel: Reiten wir in einer Story-Mission gemeinsam mit einem anderen Charakter, ist jeder Dialog zweimal vertont. Einmal für die Variante, in der wir direkt nebeneinander reiten und für die, in der etwas mehr Abstand zwischen uns liegt. In letzterer schreien sich die Charaktere deutlich lauter an, um verstanden zu werden. Man nimmt das bewusst zwar nicht immer wahr, aber unterbewusst eben schon!

Die Landschaft

In einer Zeit, in der Urlaube gecancelt werden und wir viel drinnen sitzen, ist eine schön gestaltete Landschaft ein absolutes Pro-Argument bei der Auswahl eines Spiels! Die Prärie, Fels-Plateaus, Wälder und Sümpfe – all das begeistert, sieht beeindruckend aus und ist perfekt in Szene gesetzt. Zwei Dinge beeindrucken mich neben der technischen Finesse und Detailverliebtheit des Spiels aber besonders:

Sanfte Farben und dynamisches Wetter

Read Dead Redemption 2 setzt bei der Gestaltung der Welt nicht auf knallige Farben oder anderweitige Extreme. Vielmehr ist alles sehr realistisch und beinahe unaufgeregt gehalten. Auch farblich sind wir hier sehr nah an der realen Vegetation dieser Region. Alles ist etwas gräulich, stumpf und sanft ohne dabei weniger beeindruckend zu wirken. Besonders der weite Himmel über der Landschaft kommt so in all seinen Farben hervorragen zur Geltung!

Blauer Himmel in Red Dead Redemption 2
 © Moritz Stoll – Blauer Himmer in Red Dead Redemption 2

Das Wetter tut dabei sein übriges. Denn das verleiht der Landschaft von RDR2 immer wieder einen ganz neuen Anstrich. Wie ihr in diesem Artikel nachlesen könnt, bin ich ein großer Fan von Morgentau und dem Gefühl, der Natur noch vor allen anderen zu begegnen. Auch das schafft RDR2, wenn morgens noch der Nebel über den Wiesen liegt und alles etwas ruhiger erscheint. Auch das zweite Detail, das mich so begeistert begünstigt das noch: die Soundkulisse!

Sound und Soundkulisse

Wie schon gesagt, schafft Red Dead Redemption es, einem die Welt sehr glaubhaft zu verkaufen. Einen großen Anteil daran hat auch der Sound des Spiels. Denn die Hintergrund-, Wetter-, Natur-, und Tiergeräusche sind nicht nur sehr realistisch, sie sind auch extrem gut auf einander abgestimmt. Akustisch gesehen ist RDR2 ein echtes Meisterwerk und so fühlt man sich beim Spielen teilweise wirklich so, als schwimme man gerade durch einen See oder laufe über eine Wiese am Morgen.

Die Naturgeräusche sind sogar so gelungen, dass es auf YouTube ASMR-Videos gibt, die in Red Dead Redemption gedreht wurden!

Kleine Momente und kleine Leute

Neben einer guten und großen Hauptstory hat Red Dead Redemption 2 besonders in den kleinen Momenten einiges zu bieten. Hier und da treffen wir auf unscheinbare Charaktere, erfahren etwas über sie oder ihre Geschichte oder lauschen bloß ihren Unterhaltungen. Immer wieder werden wir Zeuge von kleinen Situationen in der Welt. Mal wird jemand von seinem Pferd getreten, ruft um Hilfe oder fordert uns in einem Schieß-Duell heraus. In RDR2 kommen wir richtig „unter Leute“ und jeder NPC bringt seinen eigenen Background mit. Alles scheint nach einer Welt, die auch ohne uns darin existiert. Wir sind bloß ein Teil davon und können die ganzen Geschichten, Orte und Personen entdecken.

Dabei möchte ich nicht den Eindruck erwecken, es handele sich hierbei um ein ausschließlich ruhiger Spiel. Ganz im Gegenteil: Mit einem beeindruckenden Wild Western-Waffenarsenal verteilen wir ordentlich Kugeln und lassen alleine schon in den Story-Missionen eine Menge Tote zurück. Aber um ganz ehrlich zu sein: Die Cowboy-Schießereien machen schon ziemlich viel Spaß und bieten einen guten Kontrast zu den Teilweise sehr idyllischen Momenten.

Der Fotomodus in Red Dead Redemption 2

Viel Spaß macht mir auch der Fotomodus in RDR2. Auf den hat mich mein Kollege Stefan von den Netzpiloten aufmerksam gemacht und darüber geschrieben. Seinem Hobby der Ingame-Fotografie hat er prompt auch einen kompletten Instagram-Account gewidmet.

In dem Fotomodus könnt ihr die Welt für einen Moment pausieren und alles Fotografieren, was euch vor die Linse kommt. Dabei stehen euch diverse Kamera-Einstellungen zur Verfügung. Ein tolles Tool, um gute Momente oder schöne Landschaften festzuhalten. Hier sind ein paar Beispielen von Fotos, die ich mit dem Fotomode gemacht habe:

Red Dead Redemption 2 ist Perfekt für eine Pandemie

All diese Großartigkeiten machen Red Dead Redemption 2 in meinen Augen zu einem idealen Spiel für eine Pandemie. Es fesselt lange, es hat viel zu bieten und die Welt lässt sich auch von ambitionierten Spielen nicht einfach verstehen und voraussagen. RDR2 ist wie eine kleine zweite Realität, in die wir eintauchen können, um uns von dem ganzen Mist, der 2020 über uns hereinbricht abzulenken. Außerdem hat das Spiel einen hervorragenden Fotomodus, in dem ihr die Landschaften und Charaktere kreativ ablichten könnt. Ihr bekommt es für den PC, die Xbox One und die PS4 und solltet dem Spiel auf jeden Fall eine Chance geben.

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