Morgentaufotografie von Noah Kalina

"The Fog" von Noah Kalina © Noah Kalina

Eigentlich hat mich Fotografie nie sonderlich interessiert. Nicht etwa, weil ich aktiv etwas dagegen hatte, ich habe nur einfach nie Fotos gesehen, die mich wirklich begeistert haben. Und ja, irgendwie dachte ich auch „das kann doch jeder“. Ein bisschen was über Bildkomposition lernen, vielleicht ein wenig ein Auge für Fotos haben und der Rest geht von alleine. Ich wurde aber eines Besseren belehrt. Verantwortlich dafür ist der Fotograf Noah Kalina, dessen Instagram-Account ich großartig finde und dessen Fotos mir richtig gut gefallen.

© Titelbild: Noah Kalina

Keine „Klischee“-Fotografie

Die Bilder von Noah Kalina sind nicht „klassisch schön“. Sie passen nicht in irgendein Schema, sind nicht einfach nur beeindruckend oder sonderlich Bildgewaltig, wie so viele Fotos auf Instagram. Eigentlich sind viele seiner Motive ziemlich „unaufgeregt“. Nebel, Wälder und Hühner spielen hier eine seltsam entscheidende Rolle. Ich kann auch gar nicht so recht sagen, dass ich den Sinn der Bilder von Noah Kalina so wirklich verstehe, aber ich finde einfach, sie transportieren ein tolles Gefühl. Ein Gefühl, dass ich selbst manchmal habe und das sich nur schwer herstellen lässt.

Früher Kaffee, kalte Luft

Um meine Faszination für diese Bilder besser verständlich zu machen, beschreibe ich euch einfach die letzte Situation, in der dieses Gefühl aufgetreten ist. Ende letzten Jahres waren wir in Dänemark. Ganz klassisch: Ferienhaus, eine Woche, im Winter, Spazieren, Kamin, Lesen – Fertig. Das war nicht der erste Urlaub dort und sicher auch nicht der letzte. Das Haus dort hat einen Garten, der ziemlich „waldig“ ist. Tannen, Mooß, Äste – das volle Programm. Ich bin aber nie auf die Idee gekommen, meinen morgendlichen Kaffee auf der Veranda zu trinken und auf diesen Garten zu schauen – immerhin ist es Ende des Jahres nicht gerade warm dort.

Am letzten Morgen war das allerdings anders – da war ich nämlich früh wach, bin direkt aufgestanden, habe mir einen Kaffee aufgebrüht, mir die Schuhe und Pulli angezogen und habe mich auf die Veranda gestellt, um in Ruhe den Tag zu beginnen. Das war unglaublich toll. Durch die Kälte lag noch der Tau auf der Wiese und die Luft war noch ganz neblig und frisch. Natürlich war es eisig kalt und das hat mich wunderbar wach gemacht. Da die Sonne gerade noch dabei war, aufzugehen, sind ganz klischeehaft ein paar Lichtstrahlen durch die Tannen am Ende des Gartens gefallen. Im Nebel waren diese Strahlen gut sichtbar und es war nichts zu hören, außer der Geräusche, die die Natur so macht. Irgendwie stimmte in diesem Moment einfach alles. Dieses Gefühl: Morgens im Tau noch vor allen anderen Wach zu sein und einen Kaffee zu trinken. So sind die Bilder von Noah Kalina für mich. Und deshalb wollte ich sie euch auch empfehlen. Also schaut euch den Account an und folgt ihm unbedingt!

Das Titelbild dieses Beitrags ist von Noah Kalina.

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