Kendama – Ein gutes Hobby für den Alltag

Kendama auf einer Mauer / Bild von Moritz Stoll

Wie viele von uns arbeite auch ich überwiegend am PC. Stundenlang sitzt man am Schreibtisch und starrt in einen Bildschirm. Zwar gefällt mir meine Arbeit, aber selbst mit zarten 24 Jahren merke ich, dass ein wenig Bewegung zum Ausgleich nicht nur gut tut, sondern auch zwingend nötig ist. Nicht nur für den Körper, sondern vor allem für den Kopf. Da ich, um ganz ehrlich zu sein, nicht sonderlich Fitnessaffin bin, brauchte ich irgendeine andere Form von Bewegung. Etwas, bei dem mein Kopf mal keine Rolle spielt und ich irgendwie Verbindung zu meinem Körper aufbaue. Für mich ist diese Abwechslung das Kendama! Was das ist und wieso das so viel Spaß macht, erkläre ich euch in diesem Beitrag.

Was ist ein Kendama?

Ein Kendama ist eine Art Holzspielzeug – ein Geschicklichkeitsspiel, um genau zu sein. Es stammt aus Japan und leitet sich von „ken“ für „Schwert“ und „tama“ für „Kugel“ ab. Laut Wikipedia ist das Kendama zur Edo-Zeit das erste mal in Japan aufgetreten. Das war also zwischen 1603 und 1868. Seine heutige Form verdankt es allerdings Hamaji Egusa, der ihm die seitlichen Cups im Jahre 1918 hinzufügte.

Optisch erinnert das Kendama aber wirklich an eine Art Schwert. Besonders der Griff, also das „Ken“ sieht aus, wie ein Schwertgriff. Dieser besteht aus einem länglicheren Stück und einem schmaleren Teil. Dieser erinnert etwas an die Parierstange eines Schwertes und verfügt auf beiden Seiten über eine Einbuchtung – die sogenannten Cups. Hier gibt es den kleineren Small Cup und den größeren Big Cup. Das längliche Teil läuft oben Spitz zu und verfügt unten ebenso über einen Cup – den Buttom Cup. Den spitzen Teil nennt man auch Spike.

Am Ken ist über eine Schnur eine hölzerne Kugel das „tama“ befestigt. Diese Kugel wiederum hat unten ein Loch, in das der Spike gesteckt werden kann.

Und was macht man mit einem Kendama?

Ein Kendama sieht erstmal irgendwie merkwürdig aus und so richtig erschließt sich einem der Sinn des Ganzen nicht. Aber tatsächlich ist es ein ziemlich spaßiges Geschicklichkeitsspiel, mit dem man sogar ganz coole Tricks machen kann. So könnt ihr versuchen, die Kugel in einer der drei Cups zu landen, oder sogar auf dem Spike zu landen. Weiterhin kann man auch die Kugel anstatt des Griffs festhalten und versuchen das Ken auf der Kugel in den verschiedensten Positionen zu landen. Das ist aber etwas schwieriger und Anfänger bleiben vielleicht erstmal bei den einfachen Dingen.

Es gibt für die ganzen Kendama-Tricks ziemlich viele cool klingende Namen. Ähnlich wie beim Skaten, was eventuell auch der Grund sein mag, aus dem das Geschicklichkeitsspiel in der Skater-Szene so beliebt ist. Wer es richtig ernst meint, kann sogar an Wettkämpfen Teilnehmen und versuchen, durch besonders anspruchsvolle Trick-Kombos zu überzeugen. In diesem Video werden euch die Grundlagen und einige einfache Tricks etwas anschaulicher erklärt:

Warum macht das Spaß?

Das ist in der Tat eine berechtigte Frage. Kendama spielen ist nämlich schwieriger, als es aussieht. Zu Anfang fallen die Grundlagen zwar noch leicht, doch schnell werden die Tricks immer schwieriger und der Frust wird immer größer. Und dennoch finde ich, Kendama spielen, macht einfach Spaß. Es fordert die Auge-Hand-Koordination und zwingt einen, auf seinen Körper zu hören. Wer zu technisch an das Spiel herangeht, wird scheitern. Ich selber merke, dass es Tage gibt, da habe ich kein gutes Körpergefühl und dann fallen mir häufig die einfachsten Tricks deutlich schwerer. Das Kendama hilft mir dabei, zu mir zu kommen, meinen Dötz (Norddeutsch für „Kopf“) mal auszuschalten und einfach zu machen. Gerade für Schreibtischtäter und Sportmuffel ist das Kendama ein super Kompromiss! Außerdem ist die Lernkurve unglaublich steil und wer dran bleibt, bekommt tolle Erfolgserlebnisse.

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