Das iPhone, das mich endlich glücklich machte

Titelbild Technik kaufen

Ich weiß mit einer ziemlich hohen Sicherheit, dass mich ein neuer PC zu einem NOCH glücklicheren Menschen machen würde. Das war ja schließlich schon bei meinem letzten iPhone der Fall und dem Laptop davor und eventuell wäre auch ein VR-Brille eine wirklich sinnvolle Anschaffung. Immerhin könnte ich damit die Dinge tun, die man mit einer VR-Brille eben so macht. (Sachen in VR angucken zum Beispiel)

Wenn es um den Kauf neuer technischer Geräte geht, finden wir schnell eine ganze Menge Gründe, die es rechtfertigen, 700 Euro für ein Handy auszugeben, das im Grunde genau die selben Dinge ermöglicht, wie das, das wir bereits besitzen. Nur eben etwas besser. Und trotzdem kaufen wir uns immer wieder neue Technik. In diesem Artikel spreche ich darüber, wieso und auf welche Arten uns das glücklich macht.

Der Selbstbetrug bei neuer Technik

Tatsächlich habe ich mich selbst schon einige Male dabei ertappt, wie ich mir eingeredet habe, dies und jenes bräuchte ich und dann wäre alles noch viel toller. Ziemlich schnell habe ich dann aber festgestellt: So viel toller ist das Leben mit einem neuen iPhone gar nicht. Ich bin gar nicht auf einmal ein vollends zufriedener Mensch. Diese Erkenntnis ist in der Regel mehr als ernüchternd.

Versteht mich aber bitte nicht falsch. Die Anschaffung neuer elektronischer Geräte macht Spaß und ich will das überhaupt nicht verteufeln. Einen neuen Fernseher zu kaufen, auszupacken und anzuschließen, macht nun mal einfach Spaß. Genauso wie ein neuer Laptop, ein neues Handy oder neue Kopfhörer Spaß machen. Aber kennt ihr das Gefühl etwas neue zu kaufen, es dann zu benutzen und festzustellen, dass sich der Besitz dieses Etwas in eurer Vorstellung irgendwie toller angefühlt hat? Oder das Gefühl, etwas zu kaufen, weil es nun mal notwendig ist und euch dann noch Jahre später daran zu erfreuen? Ich glaube, Technik zu kaufen, macht auf genau diese zwei Arten Spaß.

Das schnelle Hoch

Da wäre zum einen das schnelle Hoch. Ein neues Handy: Geil! Wir öffnen die Schachtel und da liegt dieses unberührte Stück Technologie, das nur darauf wartet, von uns benutzt zu werden. Wir ziehen die Folie ab (man kann mir sagen was man will, eines der besten Dinge auf der ganzen Welt), schalten und richten es ein. Dann erfreuen wir uns an den Features, die das alte Smartphone nicht hatte, staunen wie „butterweich“ und „flüssig“ doch alles läuft und fragen uns, wie wir mit dem alten Geräte nur so lange ausgekommen sind.

Irgendwann kommt dann aber der Punkt, an dem all das Neue völlig normal ist. Dann ist das neue Wunderwerk der Technik auf einmal nur noch ein iPhone. Wir machen damit meistens exakt genau das, was wir mit unserem alten Handy gemacht haben. WhatsApp, Instagram, E-Mails und all den Standard-Kram. Wenn wir ganz verrückt sind, spielen wir auch mal auf unserem Smartphone.

Das mag jetzt etwas kritisch geklungen haben. Ich bin absolut kein Gegner davon, sich ein neues Gerät anzuschaffen, weil es einfach Spaß macht, etwas neues zu haben. Ganz im Gegenteil: Das mache ich selbst oft genug. Allerdings habe ich mir angewöhnt, dabei auf die eher kleineren bis mittleren Wünsche zu setzen. Denn so ein schnelles Hoch ist eben auch schnell wieder verflogen und dann brauchen wir das Nächste. Wenn man da nicht aufpasst, isst man bald nur noch Nudeln mit Pesto.

Die Langfristige Freude

Neue Technik zu kaufen, kann aber auch langfristig Spaß machen. Wie das aussieht, sei an einem kleinen Schwenk aus meinem Leben erklärt. In meiner ersten eigenen Wohnung gab es zwar einen Anschluss für eine Waschmaschine, aber das hat in meinem Fall nicht dazu geführt, dass dort auch eine stand. Waschmaschinen sind nämlich teuer und ich war um ganz ehrlich zu sein etwas zu geizig, um dafür Geld auszugeben. So eine Waschmaschine ist für einen 22jährigen nicht unbedingt „Spaßig“. Ich wollte mein weniges Geld lieber für Dinge ausgeben, die Spaß machen. (In der Regel eben die Dinge, die einem sehr kurz eine große Freude bereiten). Also bin ich fast ein Jahr lang ins Waschcenter gelaufen, um meine Wäsche dort zu waschen. Jetzt, wo ich seit ein paar Jahren eine Waschmaschine besitze, bin ich eigentlich immer glücklich über diese tolle Erfindung. Auch wenn der Kauf eher widerwillig geschehen ist. Im Waschcenter habe ich im Übrigen so viel ausgegeben, dass man davon mindestens eine Waschmaschine hätte kaufen können. Auch wenn das Kaufen der Waschmaschine nicht wirklich „toll“ war, kann ich doch mit Sicherheit sagen, dass mich meine Waschmaschine zu einem glücklicheren Menschen gemacht hat.

Neue Technik = neue Möglichkeiten

Technik macht also auf zwei Arten Spaß: Kurz und doll sowie langfristig und dafür etwas weniger doll. Richtig gut wird es aber, wenn eine neue Anschaffung beides in sich vereint. Das ist bei mir meistens dann der Fall, wenn mir ein neues Gerät neue Möglichkeiten für die Dinge verschafft, die ich gerne tue. Das kann eine Kamera sein, mit der ich besser Bilder machen kann, oder ein neuer PC, der Spiele schafft, die mein alter nicht geschafft hat. Ein Handy, dessen Akku mich durch den ganzen Tag bringt, oder ein Notebook, dass die Programme, die ich für mein Hobby nutzen möchte, ausführen kann.

Solche Käufe fühlen sich häufig sowohl kurz nach dem Kauf, als auch noch lange danach gut an und sind in meinen Augen die besten Käufe, die man Tätigen kann. In meinem Fall, war es mein aktuelles iPhone. Denn dessen Akku hält deutlich länger, als der meines alten iPhone 6s und bessere Bilder macht es auch. Tatsächlich war es sogar der Auslöser dafür, dieses Blogazine hier zu starten. Denn durch das neue Handy konnte ich endlich vernünftige Fotos machen und Instagram macht damit auch mehr Laune.

Wenn ihr euch also das nächste mal etwas neues anschafft, denkt an meine Worte. Ist es ein kurzfristiger oder ein langfristiger Kauf? Erfüllt er vielleicht sogar beides? Auch wenn jede Form von Technik-Kauf für sich genommen völlig okay ist, ist es vermutlich klüger sich darüber im Klaren zu sein, dass das neue iPhone nicht zwingend ein generell glücklicheres Leben verspricht. Muss es ja auch gar nicht.

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